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Ursprung und Entwicklung des Judo
Die Ursprünge des heutigen Judo lassen sich sehr weit zurückverfolgen. Bereits die Samurei (die Kriegerkaste) im alten Japan waren gezwungen sich notfalls auch ohne Schwert verteidigen zu können. Dazu wurden Techniken und Griffe entwickelt, die nicht nur auf die Kraft des Kämpfenden beruhen, sonder gezielt die Kraft des Gegners ausnutzten. Diese Selbstverteidigungskünste, mit dem Namen Ju-Jutsu, wurden von Meistern gelehrt. Dabei hatte sich jede Schule auf bestimmte Techniken und Prinzipien spezialisiert. In der Edo-Zeit von 1603 - 1868, in der das Tragen von Schwerten verboten war, erreichte Ju-Jutsu seine höchste Stufe. 1868 erfuhr Japan nicht nur in politischer Hinsicht eine Wende. Eine Begeisterung für alles westliche ließ die traditionellen Künste in Vergessenheit geraten.
Es war ein Deutscher, der in dieser Zeit an der kaiserlichen Universität unterichtete, und seine Studenten zum Studium der alten Kampfkünste ermutigte. Unter ihnen war Jigoro Kano. Durch seine kleine Gestalt litt er unter der Tyrannei seiner Kammeraden. Aus diesem Grunde beschränkte er sich nicht nur auf das Studium einer Schule, sondern versuchte bei mehreren Meistern zu lernen. Ihm fiel dabei die unnötige Härte und Einseitigkeit auf, da die Schulen immer noch für den Kampf auf dem Schlachtfeld trainieren.
Im Jahre 1882 gründete er deshalb seine eigene Schule, den KODOKAN. Dort unterrichtete er nicht mehr nur die simplen Kampftechniken der einzelnen Ju-Jutsu Schulen, sondern unterwies seine Schüler in einem neukonzipierten Kampfsystem. Weil dieses neue System unter anderem auf dem Prinzip des Nachgebens basiert, nannte er es JUDO (sanfter Weg). Neben der Körperertüchtigung diente es auch der Charakter- und Persönlichkeitsbildung. Die Überlegenheit dieses Systems und die Persönlichkeit Jigoro Kanos waren ausschlaggebend für den Siegeszug des Judo in der ganzen Welt.
Entwicklung in Deutschland
Die Pioniere des Judo in Deutschland waren Erich Rhan und Alfred Rhode. Erich Rahn eröffnete die erste Judoschule 1905 in Berlin. Alfred Rhode war 1920 Mitbegründer des ersten Judo-Clubs in Frankfurt. Vor dem 2. Weltkrieg waren es nur wenige, die sich diesem Sport widmeten. Nach 1945 nahm Judo einen ungeahnten Aufschwung. Bis 1969 stieg die Zahl der deutschen Judoka auf über 90.000. Im Jahre 1964 wurde Judo offiziell als olympische Sportart aufgenommen.
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